Christian Methfessel

Chemiker, Musiker, Komponist, Slammer, Tänzer, Webdesigner und Mensch

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Plaschke R20 C Panflöte C-Dur / 20 Rohre Schilf

Hinweis: Diese Rezension ist schon etwas älter (2013) und auch noch nicht ganz vollständig (Fotos & Inhalte fehlen). Es steht auf meiner To-Do-Liste, diese Rezension zu überarbeiten. Aber auf der To-Do-Liste stehen auch noch viele andere wichtige Sachen [wink]

Laut Plaschke hat ihre Qualität deutlich zugenommen und ich werde das in Zukunft auch gerne testen. Betrachte diese Rezension also als damalige Momentaufnahme; es kann mittlerweile auch ganz, ganz anders sein. Okay?

 

Material Schilf
Bindung Gürtel
Rohre 20
Tonumfang f' - d'''' (F4 - D7)
längstes Rohr 25.5 cm
tiefster möglicher Ton f' (F4, 349 Hz)
Originalstimmung C
Stimmqualität mittel
Empfehlung nein
Preis 69,00

Diese Rezension wird noch überarbeitet und Bilder folgen.

Erster Eindruck / Verarbeitung

Die 20-Rohr-Bambuspanflöte von Plaschke ist eine von den günstigeren Einsteigermodellen. Das merkt man leider auch an der Qualität. Das Bambus/Schilfrohr ist in Ordnung – teilweise ist die Maserung zu chaotisch/aufdringlich. Die ganzen Schliffe sind aber nicht sehr sorgfältig ausgeführt. Das einzige teilweise geschliffene Rohr ist an einer völlig falschen Stelle geschliffen. Ist wohl versehentlich in die Schleifmaschine geraten. Ein anderes Rohr splittert. Nicht schlimm, aber sowas zeugt trotzdem von minderer Qualität. Die Rohre sind gerade so bearbeitet, dass man sich nicht seine Lippen aufreißt. Trotzdem sind die Rohre noch sehr rau und es schubbert doch ziemlich an der empfindlichen Haut an der Lippe. Wenn man dieses Instrument behalten möchte, sollte man den Rohren mit sehr feinem Schleifpapier und Pflegeöl unbedingt noch "den letzten Schliff" geben! Außerdem sind die Verbindungssstellen unregelmäßig und einfach mit Heißklebepistole aneinander "geklatscht".

Die Rohre sind nicht gut miteinander verbunden, unten sind sie sogar teilweise beweglich, was die Führung des Instrumentes erschwert. Aber auch oben am Schaft erkennt man manchmal sogar Zwischenräume zwischen den Rohren – das darf überhaupt nicht sein! Mitunter tanzen die Rohre aus der Reihe, sind also nicht gut ausgerichtet. Das a' ist hier zum Beispiel viel zu weit hinten und das h' etwas zu weit vorne; diesen Hubbel merkt man jedes Mal beim Spielen. Die Rohrzwischenräume sind insgesamt zu breit; hier wurde nichts nachgearbeitet, sondern einfach ein Rohr ans andere geklatscht.

Stimmung und Stimmbarkeit

Die Korkstopfen schließen dicht - mehr aber auch nicht. Da die Rohre (teilweise materialbedingt) nicht völlig gleichmäßig sind, kann sich beim Stimmen ein Problem ergeben, wenn der Korkstopfen auf einmal nicht mehr bündig abschließt.

Generell ist die Panflöte sehr leicht stimmbar; die Korken sind nicht speziell fixiert, sondern stecken einfach lose drin und lassen sich leicht (manchmal zu leicht) verschieben.

Die Panflöte ist in C-Dur gestimmt und hat f' als tiefsten Ton. Die Stimmung ist (obwohl elektronisch gestimmt) immer etwas zu tief. Und auch zwischen zwei benachbarten Tönen kann man deutliche Unregelmäßigkeiten hören. Soviel zu "elektronisch gestimmt".

In den höheren Lagen nimmt die Stimmgenauigkeit noch weit mehr ab. Das ist aber normal, da es hier noch viel mehr auf die individuellen Nuancen in der Anblastechnik ankommt.

Theoretisch könnte man zum e' herunterstimmen; dann kann man aber keinen Korken mehr verwenden, sondern muss das Rohr mit Klebeband abdichten (für e' braucht man eine Rohrlänge von 25,5 cm. Und genauso lang ist auch das tiefste Rohr). Außerdem kann man das zweittiefste Rohr (g', 22.2cm) nicht weiter herunterstimmen; der Korken ist bereits auf Anschlag! Also lassen wir es einfach so.

Gürtel

Der Gürtel ist billigstes Holz, was nicht weiter bearbeitet wurde. Es ist rau und faserig; hier hätte eine einfache Behandlung mit Öl die Panflöte gleich viel wertiger erscheinen lassen. Die Rohre sind mit Heißkleber verbunden (autsch, das tut weh!)

Der Gürtel ist nicht parallel zu den oberen Rohren ausgerichtet, sondern fällt in Richtung der hohen Töne leicht ab. Ich persönlich finde das enorm hässlich und unausgewogen. Die eingebrannte Verzierung ist nett (aber überflüssig), das schwarz-weiße Kachelmuster (aufgeklebt, lässt sich hoffentlich irgendwie wieder entfernen!) ist eine der schlimmsten Geschmacksverirrungen, die es bei Panflöten gibt.

Tonansprache

Die Töne lassen sich sehr leicht ansprechen (wie bei Bambuspanflöten üblich), sie klingen aber enorm rauschig, was sicherlich auch daran liegt,dass die Rohre innen kein bisschen nachbearbeitet sind: Die Panflöte hat innen eine sehr raue, unregelmäßige Oberflächenstruktur und Korken, die schlecht schließen. Auch hier ist eine ausführliche Behandlung mit Pflegeöl unerlässlich. In den hohen Oktaven ist ein vernünftiges Spiel fast gar nicht mehr möglich. Da der Schliff so miserabel ist, muss man noch eine viel stärkere Lippenspannung verwenden also sowieso schon. Die Töne sind schrill und rauschen enorm, man braucht deutlich mehr Luft als in diesen Höhen eigentlich nötig. Und es kratzt. (So, jetzt tut meine Unterlippe echt weh! [crazy])

Zubehör

Dazu gibt es eine "Stofftasche". Also ein schlichter Einkaufsbeutel aus Leinen, der bei so einem empfindlichen Instrument weder vor Stößen noch vor Temperaturschwankungen schützt. Dass sowas mitunter als "Panflötentasche" bezeichnet wird, ist meiner Meinung nach schlicht Betrug [angry]

Fazit

Selbst für einen vergleichsweise niedrigen Preis von 69 Euro kann ich diese Panflöte niemandem empfehlen. Um sie an die Wand zu hängen war sie zu teuer und sieht einfach nicht gut genug aus (dieser verdammte schwarz-weiße Aufkleber!!!), um mit ihr zu spielen ist diese Plaschke-Panflöte qualitativ einfach nicht gut genug. Auf diesem Instrument spielt man einfach nicht gerne. Die Tonansprache ist zwar ganz nett, aber die Verarbeitung ist Mist. Die Panflöte ist rau und faserig und die Rohre stehen zu weit auseinander.

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